Ross Jackson über eine mögliche neue Weltordnung

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Enttäuschung nach Ende des Klimagipfels

Wie der „Tagesspiegel“ schreibt, hat „der 19. Klimagipfel in Warschau 37 Stunden Verlängerung, 25 000 Tafeln Schokolade und 12 000 Äpfel gebraucht, um am Samstagabend doch noch zu einem Abschluss zu kommen. ‚Die Konferenz hat uns auf den Weg zu einer Vereinbarung im Jahr 2015 gebracht, aber nicht zu einer Welt mit weniger als zwei Grad Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.‘ Das war das Fazit der Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres. Das Ergebnis ist bescheiden. Es gab Einigungen in Teilthemen, aber auf einen realistischen Zeitplan für die Substanz des Klimavertrags, der in zwei Jahren beschlossen werden soll, konnten sich die gut 190 Vertragsstaaten nicht verständigen.“ Hier geht es zum ganzen Artikel: http://www.tagesspiegel.de/politik/un-klimagipfel-in-warschau-deutschland-spielt-beim-klimaschutz-kaum-noch-eine-rolle/9121676.html

Weitere Pressestimmen hier:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimakonferenz-in-warschau-europas-trick-bringt-klimakompromiss-a-935308.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-11/klimakonferenz-warschau-abschluss

http://germanwatch.org/de/7734

UN-Klimagipfel: Stillstand in Warschau

Für Ross Jackson ist klar:

„Die Erderwärmung ist die sichtbarste Auswirkung der ökologischen Überlastung und bisher die einzige weltweite Bedrohung, über die in den höchsten politischen Gremien zumindest geredet wird. Leider zeigten sich bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 fast wie in einer Karikatur die grundsätzlichen Probleme der Art und Weise, wie Regierungen gegenwärtig mit globalen Themen umgehen.“

Hier könnt ihr einen längeren Auszug aus Occupy World Street zum Thema Erderwärmung lesen https://occupyworldstreet.files.wordpress.com/2013/11/erderwaermung_occupy_world_street_ross_jackson_hirzel_verlag.pdf

Auch der aktuelle Stand des Klimagipfels 2013 in Warschau lässt wenig hoffen. Japan erklärte, seine Klimaschutzziele aufgeben zu wollen. Wie die Journalisten der Seite www.klimaretter.info schreiben, setzen Beobachter des Klimagipfels nun vor allem auf einen Beschluss zu „Loss and Damage“ – also dazu, wie man Ländern im Kampf gegen Schäden hilft, die durch den Klimawandel verursacht wurden. Im Bangladesch zum Beispiel ist der Meeresspiegel um 20 Zentimeter angestiegen – nicht viel, denkt man … doch dadurch wurden Ackerböden versalzen. Und wie kann man den Wert von untergegangenen Inseln, geschmolzenen Gletschern oder ausgetrockneten Flüssen beziffern …http://www.klimaretter.info/dossiers/klimagipfel-warschau/hintergruende/15062-nichts-zaehlbares-ausser-den-zoty

Für Ross Jackson verhalten wir uns wie diese Flugpassagiere:

„Wenn Flugpassagiere eine Schraube ihres Jumbo-Jets nach der anderen entfernen, können wir mit Sicherheit vorhersagen, dass der Jet früher oder später abstürzen wird. Aber wir können nicht genau sagen wo und wann, wir wissen nicht, welche Schraube die unmittelbare Ursache für den Absturz sein wird. Natürlich ist das ein sehr einfacher Vergleich – die Natur ist viel komplexer als ein Jumbo-Jet. Wir können mit Gewissheit voraussagen, dass das Ökosystem zusammenbrechen wird, wenn unsere Gesellschaft so weitermacht. Aber wir wissen viel zu wenig über die Komplexität der Natur, um präzise voraussagen zu können, wo, wann und wie der Kollaps stattfinden wird. Er könnte eine Folge der Erderwärmung sein – oder er könnte viele andere Ursachen haben.“

Heute beginnt der UN-Klimagipfel

Heute beginnt in Warschau der Weltklimagipfel. Hier soll der globale Klimaschutzvertrag inhaltlich so vorbereitet werden, dass er 2015 zur Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden kann. Das Ziel: die Stabilisierung des Klimas – die Erde soll sich bis zum Ende des Jahrhunderts um höchstens 2 Grad erwärmen.

Ob das gelingt, das stellen vor allem Umweltschutzaktivisten infrage. Gerade die großen Industrienationen wie die USA oder China blockieren wichtige Entscheidungen.

Eine Erwärmung von mehr als 2 Grad hätte dramatische Folgen, wie Greenpeace schreibt: So könnte der größte Urwald der Welt in Amazonien verschwinden: http://klimagipfel.greenpeace.de/

Vor allem die Inselstaaten schlagen Alarm – sie sind die Ersten, die vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sind. Sie kämpfen heute schon mit immer stärkeren Wirbelstürmen und Überschwemmungen.  Die Seite http://www.klimaretter.info schreibt dazu u. a.: Vor allem die Südseeinseln sähen ihre Lebensgrundlagen akut bedroht. Es gebe heute mehr tropische Stürme und das Grundwasser stehe vor der Versalzung.

Ross Jackson geht in seinem Buch „Occupy World Street“ natürlich mehrfach auf das Thema Klima ein. In der Einleitung schreibt er u. a.: „Dass es den UN-Klimakonferenzen von 2009 und 2010 nicht gelang, entschieden gegen die sich abzeichnende Gefahr des Klimawandels vorzugehen, führt zu einem beunruhigenden Gedanken: Vielleicht ist es politisch nicht möglich, die vielen globalen Krisen, denen unsere Zivilisation gegenübersteht, in den Griff zu bekommen. Dies klingt vielleicht absurd, ist aber leider eine reale Möglichkeit. Und es geht nicht nur um den Klimawandel. Das Problem sitzt viel tiefer. Heutzutage sind wir mit einer Vielzahl ernsthafter Bedrohungen für das Leben, wie wir es kennen, konfrontiert – mit Bedrohungen, die für frühere Generationen keine Rolle spielten: Überlastung der Ökosysteme, Überbevölkerung, nicht nachhaltiges Wachstum, Artensterben, wachsende Ungleichheit, globale Ungerechtigkeit sowie in jüngster Zeit die Erderwärmung und das globale Ölfördermaximum (Peak Oil).“

Und weiter schreibt Ross: „Viele Menschen haben auf verschiedenste Weise versucht, auf die wachsenden Bedrohungen zu reagieren. Ich selbst habe mich darauf konzentriert, die Ökodorfbewegung zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass die Qualität von und der Zugang zu Ausbildung in Sachen Nachhaltigkeit verbessert wird.“

Ross lebt mit seiner Frau Hildur in einem Ökodorf in Dänemark. Wer mehr über Ökodörfer auf aller Welt wissen will, kann hier nachlesen: http://db.ecovillage.org/de/global-ecovillage-network

Greenpeace fordert „Freiheit für die Arktis-Aktivisten“

Wer Greenpeace unterstützen möchte, kann einen Aufruf an den russischen Botschafter unterzeichnen: http://www.greenpeace.de/themen/oel/kampagnen/freiheit_fuer_unsere_aktivisten/

Auf der Greenpeace-Seite ist weiter zu lesen: Im Fall um die Arctic Sunrise hat der Internationale Seegerichtshof (ISGH) eine voraussichtliche Entscheidung für den 22. November angekündigt. Die Richter hatten zuvor den Antrag der Niederlande angehört, Schiff und Besatzung unverzüglich freizulassen. Antragsgegner ist die russische Regierung, die eine Teilnahme am Verfahren verweigert.

http://www.greenpeace.de/themen/oel/kampagnen/freiheit_fuer_unsere_aktivisten/

Tolle Idee: die essbare Stadt

Wer in einer sogenannten „essbaren Stadt“ lebt hat es gut. Er kann Obst, Kräuter, Salat und Gemüse in seiner Umgebung ernten – und es kostet nichts. Andernach ist so eine „essbare Stadt“ – eine wunderbare Initiative. Nachmachen erlaubt und erwünscht …

Hier ein interessanter Text dazu in der ZEIT http://www.zeit.de/2013/36/urban-gardening-essbare-stadt

Eine neue und gerechte Welt – wie umsetzen?

Veränderungen sind dringend nötig – das ist sicher den meisten Menschen klar. Und jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, mithelfen, die Welt ökologischer und gerechter zu machen. Doch die Umsetzung einer neuen Weltordnung scheint vielen utopisch. Ross Jackson hat sich in „Occupy World Street“ genau dazu Gedanken gemacht – er bleibt eben nicht stehen bei der Aufzählung all dessen, was in der Welt nicht stimmt. Er vermittelt in seinem Buch einen Gegenentwurf, der funktionieren könnte. Wir haben zum Start des Blogs schon ein paar dieser Ideen vorgestellt. Heute präsentieren wir das erste Kapitel des Buches, in dem Ross seine Ideen vorstellt – und natürlich zur Diskussion einlädt. Nachzulesen hier https://occupyworldstreet.files.wordpress.com/2013/11/leseprobe_kapitel12.pdf oder unter „Das Buch“ und den dortigen Leseproben.