Morgen erscheint „Occupy World Street“ im Hirzel Verlag

Morgen ist es endlich soweit: Ross Jacksons „Occupy World Street“ erscheint auf Deutsch im Hirzel Verlag.
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Heute stellen wir die Gaia-Verrechnungsunion vor. Da das Thema naturgemäß komplex ist, gehen wir hier nur kurz auf Grundsätzliches ein – der Rest ist ja ab morgen im Buch nachzulesen 🙂

Für Ross Jackson – und viele andere Wirtschaftsexperten – ist klar, dass das derzeitige System dazu geführt hat, dass der US-Dollar im Vergleich zu allen Währungen zu teuer ist. Dadurch entsteht ein Handelsungleichgewicht und, so Jackson, „das System kollabiert“. Das drohende Risiko des Dollar-Zusammenbruchs muss also gestoppt werden – und alle Währungen sollten die gleichen Rechte besitzen.

Ross Jackson dazu: „Eine nationale Währung als internationale Währung für Transaktionen zwischen souveränen Staaten zu verwenden ist nicht ideal.“ So schlägt er eine neue Währungseinheit vor: den Eco und den Eco-Fonds (Ökofonds). Der Eco soll, so Jackson, „als Wert eines Korbes mit verschiedenen Währungen festgelegt werden“, z. B. 25 Währungen, ausgewählt aufgrund ihres Bruttoinlandsprodukts, ihrer Liquidität und ihres internationalen Handelsvolumens.
Dieser Eco-Fonds könnte eine Finanzierungsquelle für Projekte sein, die allen Nationen nützen. So z. B. Investitionen für den Klimaschutz, Wiederherstellung von Ökosystemen etc.
Jackson weiter: Ecos können nicht in andere Währungen umgetauscht werden noch können sie für Kapitalkontenbewegungen verwendet werden. „Ecos sind keine Kapitalreserven, aus denen man schöpfen könnte, wenn es nötig wird, sondern vielmehr eine Art Kreditoren- und Debitorenkonten in einer Unternehmensbilanz. Auch soll der Eco keine Reservewährung im üblichen Sinn sein, sondern eben eine Rechnungseinheit, die „beim Handel die Punkte zählt“.

Diese neue Verrechnungsunion könnte z. B. von einigen Nationalbanken gegründet werden. Jede Zentralbank hätte ihr „Handelskonto“ bei der Gaia-Verrechnungsunion, das je nachdem, ein Guthaben – oder ein Schuldkonto sein kann. Zu Anfang aber würden alle Kontostände auf null gesetzt.

Das könnte so funktionieren: „Wenn z. B. eine mexikanische Firma für eine Milliarde US-Dollar chinesische Autos importiert, dann wird das mexikanische Konto bei der GVU mit Ecos im Gegenwert von 1 Milliarde Dollar belastet und gleichzeitig dem chinesische Handelskonto bei der GVU die gleiche Summe in Ecos gutgeschrieben. Der chinesische Exporteur erhält das Äquivalent von 1 Milliarde Dollar von seiner Zentralbank in Yuan ausbezahlt, während der mexikanische Importeur den Gegenwert von 1 Milliarde Dollar in Pesos bei der mexikanischen Zentralbank einzahlt. Bemerkenswert ist, dass dabei keinerlei Transaktionen in Fremdwährung vorkommen. Und keine Dollars wären involviert.“

Im Vergleich dazu die heutige „Prozedur“ eines solchen Geschäftes: „Wahrscheinlich würde die Transaktion in US-Dollar abgewickelt, welche die USA aus dem Nichts heraus erschaffen, die mexikanische Firma auf dem Markt kaufen und die Chinesen erhalten würden. Davon würden sie ungefähr 60 % in ihren Reserven behalten und den Rest auf dem offenen Markt verkaufen. Hingegen hätte die GVU, indem sie, abgesichert durch die „Einzahlung“ von China, ein „Darlehen“ an Mexiko gegeben hätte, effektiv 1 Milliarde US-Dollar Liquidität durch neues Geld geschaffen und dabei den Bedarf an Liquidität durch den US-Dollar umgangen.“

Das System der GUV (Gaia-Verrechnungsunion) schafft also jederzeit exakt die benötigte Liquiditätsmenge – ohne anderweitige Hilfe.

Selbst mit anfänglich wenigen Mitgliedern kann die GVU-Struktur in Kraft treten – d. h. alle Handelsschulden werden mit Ecos ausgeglichen und der Eco-Fonds wird nach den Regeln des beschriebenen Entwurfs eingerichtet. Der interne Liga-Handel müsste eigentlich reibungslos ablaufen und wird sehr wahrscheinlich zunehmen. Es könnte schwierig werden, mit einigen hartnäckigen Nicht-Mitgliedern Handelsschulden auszugleichen. Sie könnten sich weigern, ein Eco-Kreditkonto bei der Gaia-Verrechnungsunion einzurichten und versuchen, Druck auf die Liga-Mitglieder auszuüben, dass diese internationalen Handel direkt mit Landeswährungen ausgleichen. In solchen Fällen sollten die Liga-Mitglieder versuchen, Abweichungen von den GVU-Regeln für Nicht- Mitglieder zu vermeiden. Sie werden keine Probleme damit haben, andere Handelspartner zu finden. Die Staaten, die ihre Produkte an Liga-Mitglieder verkaufen wollen, werden ein Eco-Handelskonto einrichten müssen oder aber zusehen, wie die Liga-Geschäfte anderswo stattfinden. Es wird einfach in ihrem Geschäftsinteresse liegen, ein Konto einzurichten. Auch wenn der Eco-Fonds am Anfang sicher klein ist – wichtig ist das Prinzip.

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