Die Gaia-Institutionen

Wusstet ihr, dass Westafrika daran gehindert wird, die einzige Ernte zu exportieren, die es wettbewerbsfähig produzieren kann und die für seine Wirtschaft überlebenswichtig ist – Baumwolle? Warum? Nun, weil, so Jackson, „die reichste Nation der Welt, die USA, an ihre Baumwollbauern enorme, preisverzerrende Subventionen verteilt und die Einfuhr afrikanischer Baumwolle durch hohe Zölle verhindert.“

Ross Jackson zieht in Occupy World Street schonungslos Bilanz und macht uns klar, dass eine radikale Veränderung der Welt(wirtschaft) notwendig ist.

Wie diese Veränderungen praktisch umsetzbar sein könnten, das hat er in der Gaia-Weltordnung aufgeschrieben. Informationen dazu unter dem Reiter hier auf diesem Blog – außerdem stellen wir wöchentlich eine dieser acht von Ross Jackson vorgeschlagenen Gaia-Organisationen vor.

Gaia-Institutionen_2

Diese Woche im Fokus: die Gaia-Handelsorganisation.

Der „freie Handel“ verhindert eine nachhaltige Zukunft für uns alle. Denn souveräne Staaten – also auch wir – haben einen Teil ihrer Souveränität an die WTO (Welthandelsorganisation) abgegeben. Es gibt zwar Regeln, aber die besagen zum Beispiel, dass ausländische Unternehmen ihre Produkte verkaufen dürfen, ohne die Produktionsweise offenzulegen. Eventuelle Gesundheitsrisiken müssen wir, also die Verbraucher nachweisen. Ausländische Konzerne genießen z. B. auch die gleichen Vorteile in einem Land wie inländische Unternehmen.

Jackson dazu: „Als die WTO 1995 gegründet wurde, setzten die konzernfreundlichen Regeln einige der bis dahin wirksamsten Umweltschutzmaßnahmen außer Kraft. Eine Änderung war etwa die Abschaffung des Rechts eines Staates, unzumutbare Produkte zu verbieten, z. B. DDT, PCBs, verbleites Benzin usw. Dabei ist in vielen Fällen ein Verbot der einzige wirksame Weg, Umweltbelastungen zu kontrollieren. Zweitens verschob die WTO die Beweislast bezüglich der Sicherheit vom Konzern zum Verbraucher und verbot drittens die Erhebung von Zöllen, die nach Produktionsmethoden ( z. B. Umweltstandards) und Herkunftsland unterschieden.

Sie schaffte außerdem die Möglichkeit ab, einheimische gegenüber ausländischen Produzenten zu bevorzugen, und beseitigte damit das elementarste Prinzip des Merkantilismus (den Schutz einheimischer Produzenten).“

Für Jackson allerdings ist der Schutz einheimischer Produzenten der einzige Weg, wie ein Staat konkurrenzfähig werden kann. All diese WTO-Regeln müssen, so Jackson, außer Kraft gesetzt werden. Denn „Hauptprofiteure der WTO sind diejenigen Nationen und Konzerne, die bereits vorher am reichsten und mächtigsten waren“.

Die Gaia-Handelsorganisation (Gaian Trade Organization) ersetzt in dem Vorschlag von Ross Jackson die WTO für alle Mitgliedstaaten. Sie kontrolliert den gesamten Handel und achtet auf Ziele wie Gerechtigkeit (gerechte Löhne etc.), Umweltschutz und schützt die einzelnen Staaten vor ausländischen Produzenten. So soll verhindert werden, dass importierte Produkte aus Nicht-Mitgliedstaaten mit schlechteren Umweltstandards die Produkte einheimischer Unternehmen unterbieten.

Wichtig ist auch eine Kontrolle der Kapitalbewegungen. Denn nur so können sich z. B. Industrien mit Wettbewerbsvorteil in Entwicklungsländern entwickeln und nur so kann man die Aktien- und Währungsmärkte kleiner Staaten vor spekulativen Kapitalströmen schützen.

Die Gaia-Handelsorganisation würde z. B. dafür sorgen, dass ausländisch produzierte umweltschädliche Produkte nicht billiger angeboten werden können als einheimische und ökologisch produzierte Produkte.

Die neue Handelsorganisation, so Jackson, „wird auf dem entgegengesetzten Prinzip beruhen müssen, nämlich dem, dass alle Importe verboten sind, sofern sie nicht explizit erlaubt sind. Dies könnten wir das Prinzip des „souveränen Handels“ nennen, und dieses Handelssystem ist das einzige, das eine nachhaltige Zukunft ermöglichen kann.“

Und weiter: „Diese Aussage wird Freihandelsanhängern ketzerisch erscheinen, ist aber trotzdem richtig – vor allem jetzt, in einer Zeit, in der die Umwelt und lokale Wirtschaften durch geschäftliche Interessen, ohne jedes Gefühl für soziale oder ökologische Verantwortung, fatal missbraucht oder gar zerstört werden, und wo das Verbrennen fossiler Brennstoffe mit enormen Summen subventioniert wird. Jemand muss anfangen, Verantwortung zu übernehmen. Ohne die Einführung eines solchen Schutzes werden wir weiterhin diejenigen belohnen, die die Umwelt verwüsten. Das sollte sogar fanatischen Freihandelsanhängern klar sein.“

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